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Lukas Dhont und Victor Polster: Neues Dreamteam auf der Kino-Leinwand

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07.02.2019 12:46
 
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GIRL ist der Debütspielfilm von Lukas Dhont, einer der jungen aufstrebenden Regisseure und Drehbuchautoren Belgiens. In seinem einfühlsamen Coming-of-Age Drama lässt er den Zuschauer unmittelbar am Leben von Lara teilnehmen und tief in ihr Inneres blicken. Lara ist 15 Jahre alt und fühlt wie ein Mädchen, ist aber körperlich ein Junge. Und sie hat zwei große Wünsche: Sich zur Profi Ballerina zu tanzen und durch eine Hormonbehandlung auf eine Transition, eine geschlechtsangleichende Operation, hin zu arbeiten.

Damit erzählt Dhont die Geschichte eines Mädchens, das in jungen Jahren bereits weitreichende Entscheidungen mit enormer Willensstärke trifft, innerlich aber auch zerbrechlich ist und dessen Leben sich weitaus komplexer darstellt als das gleichaltriger Teenager...

Der talentierte Filmemacher findet mit GIRL einen gekonnt sensiblen Weg, solch eine Geschichte zu erzählen und Victor Polster wiederum bringt die nötige Vielschichtigkeit als Schauspieler sowie das Talent als Tänzer mit, um Lara – ihre Wünsche, Zweifel, ihre inneren Kämpfe – darzustellen. Bevor ihr im Heimkino ab dem 22. Februar alle Höhen und Tiefen in und mit GIRL erleben könnt, wollen wir euch erzählen, wie Lukas Dhont und Victor Polster zueinander fanden, wie es zur Entstehung dieses feinfühligen Films kam.

Lukas Dhont: Ein „holpriger“ Weg, vom Pfadfinder zur Kunstkarriere. „Als Kind wollte mein Vater, dass ich Pfadfinder werde. Alle zwei Wochen setzte er meinen Bruder und mich dort ab, und wir spielten mit den anderen Kindern im Matsch oder gingen zelten. Wir haben es beide gehasst. Wir wollten lieber schauspielern, singen, und tanzen, weil wir uns dabei besser ausdrücken konnten.“

Für solche Wünsche wurden Lukas Dhont und sein Bruder allerdings ausgelacht. Das Umfeld verwies sie darauf, dass das Dinge für Mädchen seien. Und so mied Lukas Dhont vorerst Hobbies, die ihm eigentlich Spaß machten, um nicht weiter gehänselt zu werden. Austoben in all seiner Kreativität konnte er sich dann wieder während seines Studiums im Bereich der Audiovisuellen Medien an der KASK School of Arts in seiner belgischen Heimatstadt Gent. Der Fokus der Ausbildung lag auf dem Bereich „fiktive Erzählungen“, aber Dhont beschäftigte sich ebenso mit der Materie „Dokumentarfilm“. Seine ersten konkreten Schritte machte er mit den Kurzfilmen CORPS PERDU und L’INFINI, für die er zahlreiche Preise gewann.

Lukas Dhonts zentrale Ideen und Motive für seine Werke sind Tanz, Transformation und Identität. Für seine eigene Identitätsfindung und Coming-Out prägte ihn ein Momentum im Jahre 2009 und bildete damit zeitgleich den Auftakt für die Idee zum Film GIRL: Dhont las mit 18 Jahren einen Zeitungsartikel über ein junges Mädchen namens Nora, die im frühen Alter von 15 Jahren entschied, eine Ballerina zu werden, obwohl sie den Körper eines Jungen hatte:

„Ich wollte unbedingt solch eine Figur porträtieren, einen mutigen jungen Menschen, der eine Gesellschaft herausfordert, in der die biologische sowie gesellschaftliche und kulturelle Definition des Begriffs `Geschlecht` unweigerlich miteinander verknüpft sind.“

Lukas Dhont hätte sehr gern einen Dokumentarfilm über sie und mit ihr gedreht, doch Nora lehnte ab. Trotzdem freundeten die beiden sich an und die Idee für sein erstes Spielfilm-Drehbuch war geboren. Der 27-jährige Filmemacher rüttelt an Rollenbildern – er möchte die Zuschauer dafür sensibilisieren, unsere Wahrnehmung auf Geschlechter zu beobachten oder gar zu überdenken. Vor allem will Dhont in GIRL die Welt des Zuschauers aus Laras Augen sehen lassen: Was es bedeutet, mit einem männlichen Körper eine weibliche Position beim Ballett einzunehmen. Was es an Kraft bedarf, inmitten der Pubertät von anderen Teenagern als transgender komplett akzeptiert werden zu wollen.

GIRL ist Dhonts Spielfilmdebüt und wurde direkt mit zahlreichen Preisen überhäuft. Alle Welt schaute auf den jungen Filmemacher. Sein Film war als belgischer Beitrag bei den Golden Globes® 2019 als „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. Er wurde mit der Queer Palm prämiert. Beim Filmfestival in Cannes 2018 wurde GIRL gleich dreimal ausgezeichnet – als bester Debütfilm, im Nebenwettbewerb „Un Certain Regard“ als bester Film und für den besten Hauptdarsteller mit Victor Polster!

Victor Polster: GIRL wäre kaum so gut vom Publikum, Presse und den Festival Jurys aufgenommen worden, würde nicht Victor Polster kongenial die starke Lara verkörpern! Eineinhalb Jahre castete das Team rund um den Regisseur Dhont zahlreiche Nachwuchskünstler, in der Hoffnung eine Person zu finden, die vielschichtig schauspielert und zugleich auf hohen Niveau tanzt.

Polster ist die perfekte Besetzung für die Rolle der Lara, Regisseur Lukas Dhont war postwendend von ihm überzeugt: Der heute 17–jährige talentierte Jungschauspieler brachte eine Schauspielausbildung sowie eine klassischen Tanzausbildung mit, er besuchte die Royal Ballet School im belgischen Antwerpen. Nachdem er in einem Musikvideo performte, zog das direkt royale Aufmerksamkeit nach sich – das Königliche Ballett von Flandern bat Polster einen Platz an, es folgten mehrere erfolgreich absolvierte Tanzwettbewerbe.

Polster zeigt die nötige Eleganz, Disziplin und Diversität für die Rolle der Lara. Victor Polster nahm seinen Preis „Un Certain Regard“ bei dem Filmfestspielen Cannes erst dann entgegen, als das Festival sich bereit erklärte, die Auszeichnung „geschlechtslos“ zu verleihen.

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Lukas Dhont und Victor Polster: Neues Dreamteam auf der Kino-Leinwand: Weitere Infos

Über den Film GIRL: Lara (Victor Polster) ist 15 und hat einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden. Als sie an einer renommierten Akademie unter Vorbehalt angenommen wird, zieht sie mit ihrem Vater Mathias (Arieh Worthalter) und ihrem kleinen Bruder Milo (Oliver Bodart) nach Brüssel. Währenddessen versucht Lara noch einen zweiten Kampf zu gewinnen: Sie will sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Äußerlich ist sie bereits ein Mädchen, doch ihr Körper ist noch der eines Jungen. Ihr Vater unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, begleitet seine Tochter bei jedem Schritt und ist für sie da, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm und nebenbei wird Lara durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins heißkalte Wasser der Pubertät geworfen. Das kräftezehrende Training zwingt Lara schließlich zur Selbstkasteiung, mit der sie wiederum ihre Operation aufs Spiel setzt. Ihre beiden großen Träume scheinen sich immer mehr zu widersprechen. Als die Ärzte ihr schließlich das Ballett verbieten, trifft Lara eine folgenschwere Entscheidung, mit der sie endgültig zur Frau werden will...


 

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Autor: Johanna Mahlberg | Gesprächswert: 86% | mit Material von voll:kontakt